Ruhig und besinnlich lag die Schmelz am ersten Adventwochenende da und erwartete die Starter der Wiener Akademischen Meisterschaften. Doch plötzlich wurde die trügerische Ruhe durch einen lauten Knall gebrochen: Der FC Vindobona vertreten durch Albin Rentenberger betrat die Halle und warf die Tür hinter sich zu.
„Ihr habt Philipps Bein gebrochen und Tonis Rücken kaputt gemacht – jetzt mache ich Euch kaputt!“ brüllte der wutentbrannte selbsternannte Rächer des FCV den Fechtern entgegen.
„Aber Albin, das war doch ein Unfall – versuchte jemand den aus dem Waldviertel zurückgekehrtem Athleten zu beruhigen.
„Papperlapp, ich will Eure Ausreden nicht hören! Rache für Toni und Philipp!“ kam die zornerfüllte Antwort.
Der Zorn musste wahrlich fürchterlich in dem Vindoboniken wüten, denn das erste Gefecht ging gleich einmal verloren. Aber dann kehrte die alte Routine zurück und Treffer für Treffer wurden die Gegner in der Vorrunde besiegt. Dann kam die Direkte – und die gnadenlose Rache kannte keine Grenzen: 15:4, 15:6, 15:6 und schließlich 15:6 im Finale: Der Sieger hieß FC Vindobona. Als die Siegerehrung begann stieg Albin trotzig vom Podest und verlautbarte:
„Es ist noch nicht vorbei! Nächste Woche in Mödling geht es weiter! Niemand legt sich ungestraft mit Vindobona an! Und den Pokal kannst Du Dir behalten Alois, ich hab das für meine Freunde gemacht!“
„Aber Albin, es gibt gar keinen Pokal…“ versuchte Alois den Sieger zu beschwichtigen, doch der war schon entschlossenen Schritts aus der Halle gestürmt.
Eine Woche später wiederholte sich das Ganze im Süden von Wien: „Nur weil Ihr noch unter 23 seid, werdet ihr meiner Rache nicht entkommen!“ stieß Albin die Herausforderung den Fechtern entgegen. Er erntete ratlose Blicke der ausländischen Fechter, die Albin natürlich nicht verstanden, aber auch sie wussten um die Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit dieses Mannes. Und so fielen auch die beiden Italiener, der Rumäne, der Deutsche und der Ungar in  der Vorrunde Albin zum Opfer. Eine weiße Weste, Platz 2 – für Philipp und Toni!
Danach ging es weiter: ein heißes Gefecht mit Florian Hartmann (14:13) und danach mit einem Rumänen (15:14) – niemand konnte gegen die gerechte Rache des FC  Vindobona bestehen.
Doch dann geschah es, jemand schaffte es, Albin etwas ins Ohr zu flüstern.
„Was?! Der Philipp ist einfach zu unfähig zum Kicken und der Toni hat in seiner Fettn einen Bandscheibenvorfall gehabt? Es war gar nicht Eure Schuld?! Was mach ich dann überhaupt hier?“ fragte Albin die Anwesenden in der Halle und brach das laufende Gefecht gegen den Italiener beim Stand 8:15 einfach ab. Er ging Punsch trinken und lebte glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende.

Wir gratulieren allen anderen Athleten und danken für die fairen Gefechte!